Interventionelle Radiologie

Die interventionelle Radiologie befasst sich mit bildgesteuerten Eingriffen. Mit Hilfe von Röntgen- oder Ultraschallgeräten steuert der interventionelle Radiologe millimeterdicke Instrumente (z. Bsp. Katheter, Ballons, Fasszangen, Führungsdrähte) via Blutgefässe oder andere Leitstrukturen im Körper zum Ort der Erkrankung, um sie lokal zu behandeln. Diese Instrumente werden durch eine Hauteinstichstelle über einem Gefäss (z. Bsp. Leiste) oder über dem zu behandelnden Organ (z. Bsp. Niere) eingebracht.

In der Regel sind Eingriffe, die durch interventionelle Radiologen durchgeführt werden, im Vergleich mit klassischen Operationen für den Patienten/die Patientin weniger belastend, da sie keine Hautschnitte benötigen und meist nur einer örtlichen Betäubung bedürfen.

Viele dieser Eingriffe können ambulant durchgeführt werden; bei den Übrigen ist die Hospitalisationszeit im Vergleich zu einer Operation kürzer. Die interventionellen Radiologen arbeiten eng mit Hausärzten und Spezialisten (Angiologen, Kardiologen, Chirurgen) zusammen.

Das Diagnostik- und Behandlungsangebot des Instituts für Diagnostische Radiologie umfasst die gesamte vaskuläre Katheterdiagnositk mit Ausnahme der Darstellung der Hirngefässe und Herzkranzarterien sowie alle interventionellen Eingriffe mit Ausnahme des Kopfes und des Herzens.

Im Jahr 2000 wurden mehr als 1500 diagnostische Untersuchungen und über 1700 interventionelle Eingriffe durchgeführt.

Dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie stehen zwei nach dem neuesten technischen Standard ausgerüstete Angiographieräume zur Verfügung, wovon der eine für hohe hygienische Bedürfnisse (OP-kompatibilität) konzipiert ist. Die Räume sind mit einem Philips Integris V3000 bzw. 5000 Angiographiesystem ausgerüstet

Viele diagnostische Fragestellungen können heute alternativ auch mit der Magnetresonanzangiographie beantwortet werden. Diese Methode sollte insbesondere immer dann erwogen werden, wenn bei einem Patienten/einer Patientin eine bekannte Niereninsuffizienz oder vorbestehende Kontrastmittelreaktion besteht.

Der interventionellen Radiologie steht am UniversitätsSpital Zürich ausserdem für magnetresonanztomographisch-gesteuerte vaskuläre oder andere interventionelle Eingriffe ein offenes O.5 Tesla interventionelles MR-Gerät zur Verfügung.

Leitender Arzt: Prof. Dr. Thomas Pfammatter (thomas.pfammatter@usz.ch)