Tumorscreening

In der Schweiz stellt das Lungenkarzinom heutzutage bei der männlichen Bevölkerung die häufigste und bei der weiblichen Bevölkerung die zweithäufigste Krebstodesursache dar. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf nach einem systematischen Screening-Programm der Lunge.

Der Nachweis, dass die Sterblichkeit an Lungenkrebs durch ein Screeningverfahren mittels Computertomographie des Thorax mit geringer Strahlendosis gegenüber einem Screening mit konventionellem Thoraxröntgen grundsätzlich reduziert werden kann, markierte 2011 eine wichtige Marke auf dem Weg zur besseren Versorgung des Bronchialkarzinoms. Allerdings war die absolute Reduktion der Mortalität in der Landmarkstudie der NLST mit 0.00062 pro Jahr und untersuchte Person nicht gerade berauschend und kam unter Inkaufnahme einer erheblichen Anzahl von falsch positiven Befunden bei 23,3% der Patienten mit entsprechenden Folgekosten zu Stande.

Ist nun damit alles geklärt und ein breiter Einsatz dieser Screening-Methode gerechtfertigt? Obwohl sich viele Fachgesellschaften für ein Screening aussprachen, so ergeben sich nach wie vor viele ungeklärte und in den Fachgesellschaften kontrovers diskutierte Bedenken.

Wir sehen in der NLST-Studie einen wichtigen Anfang. Jedoch sind weitere Studien auch in der Schweiz Voraussetzung für die Evaluation eines systematischen Lungenkrebs-Screenings.

Wir Fachärzte aus Radiologie, Pneumologie und Thoraxchirugie des UniversitätsSpital Zürich setzen uns für ein standardisiertes Lungenkrebs-Screening nach den aktuellen Richtlinien und unter Einhaltung der Einschlusskriterien ein. Nebst der aktiven Beteiligung an der Forschung, beraten wir Patienten, Ärzte und Gesellschaften.  Unser Ziel ist die transparente und sachliche Information von interessierten Personen bei Fragen rund um das Screening.

Weiterführende Literatur:

Frauenfelder T, Weder W. Ja, aber…Ist das Screening zur Früherkennung von Lungenkrebs sinnvoll?
Aus: der informierte arzt _ 05 _ 2017, S13 bis 15